
Geschrieben von: Jürgen Schöppner Freitag, 10. Juni 2011
Mittwoch, Trainingstag. Ein lockerer Kick kurz vor dem langen Wochenende wäre genau das Richtige gewesen. Ging leider nicht, ein Nachholspiel gegen Ems Westbevern stand auf dem Programm. Gegen diese Mannschaft hatten wir schon lange nicht mehr gespielt. Wegen des Vereinsnamens und der dörflichen Idylle konnte jedoch nicht erwartet werden, dass der Gegner vor hatte, in Schwimmflossen oder Holzschuhen anzutreten.
Aufgrund der äußeren Bedingungen war man sich schnell einig, dass das Kräftemessen insgesamt 70 Minuten dauern sollte.
Vielleicht gehen auf dem Dorf die Uhren anders, oder das Spiel ist früher zu Ende, wenn man schneller spielt. Auf jeden Fall fing Ems Westbevern an, als sollte das Spiel bereits nach gefühlten 20 Minuten zu Ende sein. Von Anfang an rollte Angriff nach Angriff auf das Tor von Wacker zu.
Dass diese Angriffsbemühungen für Wacker nicht positiv enden würden, war vorherzusehen. Und so kam es. Der Ball landete im 5er. Da er sich nicht bewegte und keiner dem Ball „weh“ tun wollte, wurde er von drei Wackerspielern nur bestaunt. Nach einer gefühlten Ewigkeit wurde ein zaghafter Versuch unternommen, den Ball Richtung 11er wegzuschubsen. Dass Ergebnis dieser Tat war: Der Ball traf einen Wackerspieler am Stickenschoner, dadurch Billardpass zum Gegner und dieser hatte keine Mühe, den Ball aus 2 m Entfernung einzulochen (6. Minute).
Wer nun gedacht hätte, Wacker wäre aufgewacht und hätte das Spiel bestimmt, hätte sich ein anderes Spiel anschauen müssen. Begünstigt bereits durch Fehlpässe aus der eigenen Abwehr heraus wurden die Angriffbemühungen des Gegners unterstützt. Eine Entlastung der Abwehr durch eigene Angriffe wurde durch Ems Westbevern konsequent und auch unter Einsatz einer rustikalen Spielweise unterbunden.
Bis zur 20. Minute. Irgendwie hatte sich Reinhold Leusmann auf der rechten Seite durchgemogelt, ein Pass in den 16ner, Kopfball von Volker Wortmann. Leider war dieser Kopfball nicht präzise genug, sondern landete in den Armen des gegnerischen Torwarts. Aber, dieser Angriff war ein kleiner Weckruf für Wacker, man hatte bemerkt, hier gab es vielleicht doch was zu holen.
Damit war Westbevern offensichtlich nicht einverstanden. Die Wackerabwehr wurde durch einen langen Ball überspielt. Der Gegner war auf und davon und man hätte ihn höchstens noch mit einem Moped einholen können. Machte nichts! Wir hatten ja unseren Torwart, Willi Roer. Obwohl von Natur aus eher schmal gebaut, wurde die lange Hose und das Trikot „aufgebläht“, eine unüberwindliche Wand entstand. Tormöglichkeit vereitelt.
Als sich so mancher schon auf die Halbzeitpause freute, plötzlich ein Wachmacher. Reinhold Leusmann wurde an der Mittellinie angespielt, ein kurzer Antritt, ein satter Schuss aus 30 Metern, der gegnerische Torwart konnte sich nicht entscheiden zwischen Hilflosigkeit oder Unvermögen. Egal, es stand in der 30. Minute 1:1. Halbzeitpause.
In der zweiten Halbzeit sollten mit frischen Spielern die eigenen Angriffe gestärkt werden. Leider stellte sich kein unmittelbarer Erfolg ein. Vielmehr bestimmte der Gegner weiterhin das Spiel und meinte, uns durch einen für „Alte Herrenmannschaften“ sonst unüblichen rustikalen Einsatz einschüchtern zu können. Dem war nicht so, es wurde dagegen gehalten.
50. Minute, endlich wieder ein Highlight für Wacker. Pass von Markus Winkels auf Ulli Kroker. Trotz Eishockeyausrüstung an den Knien und kurzer Beinübersetzung wurde gesprintet. Schuss vom 16ner. Leider zu unpräzise und ohne Druck. Für den Keeper kein großes Problem. Schade, Chance vertan!
Was sollte es. Diese Tormöglichkeit zeigte uns aber, hier war was zu holen. Deshalb wurde weitergekämpft und abgewartet. 65. Minute, lange genug gewartet. Der Ball wurde durch das Mittelfeld nach vorne getragen, Pass von Reinhold Leusmann auf Volker Wortmann, strammer Schuss aus der halbrechten Position von 8 Metern. Es bestand für den Keeper keine Chance, die Hände hoch zu bekommen. Endstand 2:1 für Wacker.
Schön, dass wir in Westbevern waren. Dritter Sieg in Folge.
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